
Scrollt runter, um das letzte Foto zu sehen, das er gepostet hat – es scheint fast, als hätte es die Zukunft vorausgesagt!
Die Serie Friends ist nicht nur eine Show, die fast jeder liebt, sondern auch ein Kulturgut der späten 90er und frühen 2000er. Die Serie hat einige der unvergesslichsten Charaktere und Schauspieler hervorgebracht. Einer davon war Chandler Bing, gespielt von dem einzigartigen Matthew Perry.
Hinter “Chandlers” sarkastischem Humor steckte aber mehr. Vom aufstrebenden Schauspieler bis zu den Herausforderungen nach "Friends" war Matthews Weg voller Höhen und Tiefen. Er war auch geprägt von den Schattenseiten des Ruhms und einem harten Kampf gegen Suchtprobleme. Seine Lebensgeschichte regt zum Nachdenken an: Wie kann ein so vielversprechender Start zu einem so tragischen Ende führen?
Ein aufstrebender junger Mann

Matthew Perry war eigentlich ein junger Komiker mit großen Ambitionen im Showbusiness, bevor er als Chandler Bing in Friends berühmt wurde. Diese Mission war natürlich nicht einfach, denn viele Menschen streben nach Erfolg im Schauspiel und dem großen Durchbruch, aber scheiterten auf diesem Weg. Doch Matthew war nicht nur talentiert, sondern auch sehr ehrgeizig und das hat sich ausgezahlt.
Was trieb ihn am meisten an? Er träumte von Ruhm, Anerkennung, Beifall und natürlich dem großen Geld. Wie er 2002 in einem Interview mit der New York Times verriet, wollte er “den besten Tisch im Restaurant”. Doch der Weg dahin erforderte sehr viel Einsatz und harte Arbeit…
Umzug nach Los Angeles

Matthews Mutter war Pressesprecherin des ehemaligen kanadischen Premierministers Pierre Trudeau; sein Vater ein Schauspieler und in jungen Jahren ein gefragtes Model. Trotzdem begann Matthew sein Leben weit entfernt von Glanz und Glamour in Hollywood – nämlich im kalten Ottawa, in Ontario, Kanada.
Um als Schauspieler vorwärtszukommen, entschied sich Matthew früh für einen Umzug nach Los Angeles. Mit gerade mal 15 Jahren schrieb er sich schon an der “The Buckley School” in Sherman Oaks ein und wagte den Schritt in die Schauspielwelt. Noch bevor er mit “Friends” Erfolge feierte, erlebte Matthew als Comedian die Aufs und Abs, die das Ringen um Anerkennung als Nachwuchsschauspieler so mit sich bringt.
Erste Rollen, die man fast vergisst

Bevor Matthew 1994 als Chandler Bing berühmt wurde, hatte er so seine Schwierigkeiten. Er bekam zwar Rollen, mal als Hauptdarsteller in Serien, die nie so richtig zündeten, oder als Gaststar mit kleinen Nebenrollen in angesagten Shows wie "Beverly Hills, 90210", aber echte Erfolge ließen auf sich warten.
Der gebürtige Kanadier war zwar dankbar, dass er überhaupt Jobs bekam und so das Schauspielhandwerk besser lernen konnte, aber der große Ruhm und das dicke Geld blieben erstmal aus. Er ergatterte Hauptrollen in den Sitcoms “Second Chance” und “Sydney”, aber beide brachten es nur auf eine Staffel. Dann kam der entscheidende Anruf: ein Casting für eine aufregende neue Sitcom namens... “Friends”!
Chandler, wir haben dich gefunden!

Hier mal eine kleine Denkaufgabe: Merken wir eigentlich in einem entscheidenden Moment, dass etwas unser Leben jetzt komplett umkrempeln wird, oder realisieren wir das erst später? Bei Matthew war es irgendwie eine Mischung aus beidem. Er erzählte später in einem Interview, dass er sofort gespürt habe, wie sehr die Rolle des Chandler zu ihm passte, als er das erste Mal das Drehbuch sah.
Aber konnte er ahnen, wie krass erfolgreich “Friends” werden würde? Wir denken mal, das hat niemand kommen sehen. Selbst die Macher von “Friends”, Marta Kauffman und David Crane, waren sich anfangs nicht sicher, ob Matthew als Chandler wirklich die richtige Wahl war.
Endlich keine Geldsorgen mehr

Sich in Los Angeles als Schauspieler durchzuschlagen, ist wirklich kein Zuckerschlecken. Es zerrt nicht nur an den Nerven und der Kondition, sondern kann auch das Bankkonto ganz schön schrumpfen lassen. Matthew kann ein Lied davon singen. Bevor er seinen ersten großen "Friends"-Gehaltsscheck in den Händen hielt, war der Schauspieler notorisch knapp bei Kasse.
Doch nach all den Jahren voller Fleiß und Entbehrungen bekam der Schauspieler endlich, was er sich so sehr gewünscht hatte – alles auf einmal. Mit dem Start von "Friends" wurden Matthew und die anderen Hauptdarsteller quasi über Nacht zu Stars. Und die Bezahlung? Mit über 22.000 Dollar pro Episode war sie damals schon ein echter Hammer!
Chandler, wer mag ihn nicht?

Als "Friends" immer beliebter wurde, schoss auch die Gage der Schauspieler nochmal in die Höhe. Aus 22.000 Dollar pro Folge wurden 75.000 Dollar und in den Staffeln 9 und 10 kassierten die Hauptdarsteller sagenhafte 1 Million Dollar pro Episode – eine Summe, die auch heute noch sehr beeindruckend ist! Besser bezahlt wurde kein anderer Serien-Cast.
Aber das große Geld war nur ein Teil von Matthews Traum. Er war jetzt ein Star, beliebt bei Jung und Alt und Männern und Frauen gleichermaßen - und gefeiert bei Preisverleihungen wie den Emmys. Er hatte wirklich geschafft, was er immer wollte: Jetzt saß er jedesmal am besten Tisch im Restaurant.
Der Ruhm und seine Schattenseiten

Matthew hat seine Zeit bei "Friends" oft als die "glühende Flamme des Ruhms" beschrieben. Zusammen mit Jennifer Aniston, Courteney Cox, David Schwimmer und Matt LeBlanc erlebte er mit der Serie den Gipfel des Erfolgs und genoss die süßen Früchte dieser Berühmtheit.
Aber das Ding mit der Flamme des Ruhms ist, dass sie dich auch verbrennen kann, wenn sie zu heiß brennt. Trotz seines Lebens auf der Überholspur fühlte sich Matthew innerlich immer zerrissen. Emotional war er unglücklich und rutschte in eine gefährliche Sucht nach Tabletten und Alkohol ab. Eine Sucht, die ihn für immer prägen sollte und von der er nie loskam. Wie konnte das nur geschehen?
Das nicht ganz so perfekte Leben hinter den Kulissen

Man sagt oft, dass das Streben nach Zielen glücklicher macht, als sie tatsächlich zu erreichen. Klingt verrückt, oder? Wer würde schon das harte Leben eines armen Schauspielers gegen das eines millionenschweren Hollywood-Stars eintauschen? Aber so fühlen sich viele Menschen und mit dem großen Erfolg kommen auch manchmal viele Probleme.
1997 war Matthew als Chandler zwar überall präsent und beliebt, aber trotzdem scheinbar nicht so begeistert von seinem vermeintlich perfekten Leben. Irgendwie fühlte er eine innere Leere in sich, vielleicht weil neue Herausforderungen und Karriereziele fehlten. Denn was sollte jetzt noch kommen? Und im selben Jahr führte ihn ein besorgniserregender Jet-Ski-Unfall auf einen besonders gefährlichen Pfad…
Vicodin und Alkohol: Eine gefährliche Mischung

Nach dem Jet-Ski-Unfall bekam Matthew Vicodin verschrieben – ein starkes Schmerzmittel, von dessen Wirkung er sich nicht mehr lösen konnte. Er gestand später, dass er sich nie besser gefühlt hatte und immer wieder nach neuen Pillen suchte. In Kombination mit seiner wachsenden Alkoholsucht war das die perfekte Mischung für eine persönliche Krise und viele Schwierigkeiten.
Aber nach außen hin schien noch immer alles super. Matthew war reich, hatte einen erstklassigen TV-Deal und die Art von Ruhm, die nur die beliebtesten Schauspieler ihrer Generation erreichen. Er war auf dem selben Niveau wie die Hollywoodstars. Zu dieser Zeit schien seine Fassade noch absolut makellos.
Leben für den Spaß

Von seinen "Friends"-Kollegen wurde Perry oft als der Witzigste der Truppe bezeichnet. Er hatte Freude daran, einfach Spaß zu haben und auch andere zum Lachen zu bringen. Und als Star hat das Spaßhaben auch anderweitig so seine Vorteile – besonders bei den Frauen.
Der Friends-Star war jung, sehr gutaussehend, witzig und berühmt und dadurch natürlich auch ein echter Frauenschwarm.
In den späten 90ern datete er die preisgekrönte Schauspielerin Julia Roberts, die zu dieser Zeit auch auf dem Höhepunkt ihrer Karriere war. 1996 war er kurz mit "Baywatch"-Star Yasmine Bleeth zusammen und kam sich 1998 mit seiner "Three to Tango"-Kollegin Neve Campbell näher.
Drei Jahre im Nebel

Dass Matthew trotz Dates mit unglaublichen Frauen nicht die Liebe seines Lebens fand, war schon traurig genug. Aber das war noch nicht das Schlimmste. In einem Interview gestand er, dass er sich an drei Jahre im Leben seines "Friends"-Charakters kaum erinnern kann. Zwar war er körperlich anwesend, stand aber immer unter Drogeneinfluss oder war betrunken.
Die Mischung aus Ruhm, Reichtum, Alkohol und Pillen führte wohl zu seinen Gedächtnislücken. Ende der 90er und Anfang der 2000er war der Schauspieler auf einer emotionalen Achterbahnfahrt, bei der unklar war, ob er eigentlich immer noch auf dem Höhepunkt oder schon am Tiefpunkt angelangt war. Etwas musste sich ändern…
Alarmglocken läuten

Der verwirrte Zustand des Künstlers und seine Suchtprobleme hatten ernste Konsequenzen. 1997 ging er das erste Mal in eine Reha-Einrichtung in Minnesota, um von den Pillen und dem Alkohol loszukommen. Dort verbrachte er 28 Tage. Aber das reichte nicht. Drei Jahre später führte sein Alkoholmissbrauch zu einem lebensgefährlichen Schock für seinen Körper.
Im Jahr 2000 kam Matthew mit einer schweren alkoholbedingten Bauchspeicheldrüsenentzündung ins Krankenhaus. Diese Erkrankung ist sehr gefährlich und kann tödlich sein, aber er ignorierte lange die Warnsignale. Selbst nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus, als er nur knapp mit dem Leben davongekommen war, setzte er seine schlechten Gewohnheiten fort. Die Sucht kontrollierte ihn.
Persönliche Kämpfe hinter den Kulissen

Matthews ernste Probleme blieben auch am "Friends"-Set nicht unbemerkt. Einst war er der Star jeder Party, nun wurde er zur Ursache von Schmerz, Sorgen und Kummer. Marta Kauffman, die Produzentin von "Friends", und seine Co-Stars versuchten ihm zu helfen, zu seinem alten Ich zurückzufinden und seine selbstzerstörerischen Gewohnheiten zu überwinden – leider ohne Erfolg.
Matt LeBlanc, bekannt als Joey, versuchte, mit ihm zu sprechen, erkannte aber schnell, dass dies ein "persönlicher Kampf" war, den nur Matthew selbst gewinnen konnte. Trotzdem waren alle am Boden zerstört, als sie sahen, wie ihr Freund und Kollege einen so gefährlichen und selbstzerstörerischen Weg einschlug.
Ein Profi trotz allem

Im Jahr 2001 wurde Matthew fast zu einem Paradebeispiel dafür, was Alkoholismus anrichten kann, aber er blieb trotz allem ein Profi in Hollywood. Am Set trank er nicht und hoffte, dass seine Probleme dadurch unbemerkt bleiben würden, solange er sich bei der Arbeit zusammenriss. Doch er verlor besorgniserregend an Gewicht und wirkte bei der Arbeit oft müde und zittrig.
In diesem Jahr pendelte er zwischen Los Angeles, wo er eine neue Staffel von "Friends" drehte, und Dallas, wo er an der Liebeskomödie "Serving Sara" arbeitete. Schon das Aufstehen mit einem Kater ist eine Herausforderung, aber stellt euch vor, ihr müsstet schauspielern, reisen und lustig sein, während ihr euch groggy fühlt!
Ein Wendepunkt am Telefon

Matt LeBlanc beschrieb, was Perry durchmachte, als einen "persönlichen Kampf", und das traf genau den Kern. Am 23. Februar 2001 checkte Perry in einem Hotelzimmer in Dallas ein und spürte, dass es jetzt wirklich Zeit für eine Veränderung war. Durch Glück, Einsicht oder vielleicht Schicksal traf er eine der wichtigsten Entscheidungen seines Lebens.
Der Anruf, den er tätigte, rettete ihm vermutlich zu dieser Zeit das Leben. Er rief von seinem Hotelzimmer aus seine Eltern in Kanada an und bat sie um Hilfe. In diesem Moment, mit dem Gedanken an seine Familie, fand er die Kraft, die er brauchte, um sein Leben zum Besseren zu wenden.
Ein ungewisser, aber entscheidender Moment

Matthew erinnert sich laut eigener Aussage nicht mehr genau an die Details dieses Tages. Er sagt, er "kann es nicht genau erklären". Aber wenn er darüber nachdenkt, sieht er, dass sein Wunsch nach Veränderung weniger aus einem Verlangen nach Verbesserung entstand, als vielmehr aus dem dringenden Bedürfnis, sein Leben zu retten.
Er gestand, dass er damals Angst hatte, "am nächsten Tag nicht mehr aufzuwachen" und wusste, dass er etwas tun musste, um zu überleben. Wenn man bedenkt, dass er erst ein Jahr zuvor aus dem Krankenhaus entlassen worden war, war das ein wichtiger Schritt. Glücklicherweise griff er in diesem entscheidenden Moment nach dem richtigen Rettungsanker.
Ein Neubeginn

Ein Rehabilitationsaufenthalt bringt nur dann etwas, wenn man wirklich bereit ist, sich zu ändern. Im Jahr 2001 war Matthew genau an diesem Punkt. Als er körperlich und mental gestärkt zum "Friends"-Set zurückkehrte, um die letzte Staffel zu drehen, waren seine Kollegen und Produzenten überglücklich. Dieses Mal, so schien es, hatte der Klinikaufenthalt wirklich etwas gebracht. Marta Kauffman erinnerte sich an diesen Moment und sagte: “Ich hatte gar nicht bemerkt, wie sehr er uns gefehlt hat."
Aber es war nicht so, dass der Schauspieler sofort komplett drogen- und alkoholfrei war. Denn die wahre Herausforderung ist es, clean zu leben. Wird es Matthew gelingen, stark genug zu bleiben?
Ein Leben ohne Abhängigkeit

Nach diesem lebensverändernden Anruf an seine Eltern verbrachte Matthew mehr als zwei Monate in einer Reha-Klinik. Er pausierte alles in seinem Leben, um sich auf seine Genesung und das Überwinden der Probleme, die ihn so lange belastet hatten, zu konzentrieren.
Es war wie die Wiedergeburt eines neuen Matthew – eines Mannes, der lernte, dass ein glückliches Leben möglich ist, besonders wenn man Drogen und Alkohol fernbleibt. In einem Interview mit dem People Magazine gestand er, dass er im Nachhinein froh sei, dass seine Situation so schlimm wurde, denn genau das gab ihm die nötige Kraft, sein Leben zum Besseren zu wenden.
Getrieben vom Erfolg

Drogenabhängigkeit ist kein leichtes Laster, das man irgendwann wieder einfach so abschütteln kann. Bei Matthew scheint sein Ruhm aus "Friends" seine schlechten Gewohnheiten noch befeuert zu haben. Wenn man an der Spitze steht, ist es oft sehr schwer, sich selbst noch realistisch zu sehen. Probleme werden leicht mit dem Gehaltsscheck oder der Anzahl der Interviews unter den Tisch gekehrt.
Dazu kam, dass Matthew noch ziemlich jung war, als er Chandler Bing wurde, und "Friends" war eine Serie mit bis heute unvergleichlicher Beliebtheit. Erst nachdem die Show zu Ende ging, konnte er damit anfangen, sein eigenes Wohlbefinden in den Vordergrund zu stellen.
Der Kampf geht weiter

Seine Nüchternheit und die Abstinenz von Alkohol und Pillen sah er nie als selbstverständlich. 2011 checkte er deshalb erneut in eine Reha-Klinik ein, entschlossen, nie wieder die Kontrolle über sein Leben zu verlieren. Gleichzeitig war er weiter auf der Suche nach der wahren Liebe.
Matthew war unter anderem mit Maeve Quinlan aus "90210" zusammen, hatte angeblich eine Affäre mit Heather Graham aus "Scrubs" und eine kurze, aber intensive Beziehung mit Lauren Graham von "Gilmore Girls". In jüngerer Zeit datete er die ehemalige Modestudentin Rachel Dunn und die Schauspielerin Lizzy Caplan. Doch keine dieser Beziehungen erwies sich als die große Liebe für ihn.
Entschlossen, Gutes zu tun

Nach einem Jahrzehnt bei "Friends" entschied sich Matthew, seine Zeit und Energie dazu zu nutzen, anderen Menschen in ähnlichen Notlagen wie der seinen zu helfen. Sein eigener Kampf mit der Sucht hatte ihn viel Zeit und Kraft gekostet, aber er war fest entschlossen, seine Erfahrungen zu nutzen, um Menschen zu unterstützen, die ebenfalls mit Abhängigkeiten kämpften.
2013 gründete er das Perry House, ein Wellness-Zentrum in Malibu, spezialisiert auf die Betreuung von Männern mit verschiedenen Suchtproblemen. Parallel dazu verfolgte er neue Schauspielprojekte in Filmen wie "Numb" und "Birds of America" sowie in der kurzlebigen TV-Serie "Mr. Sunshine". Es schien, als hätte er eine neue Aufgabe im Leben gefunden.
Die Herausforderungen des Perry House

Das Perry House erwies sich allerdings mehr als Unterstützungseinrichtung für Alkoholabhängige denn als tragfähiges Geschäftsmodell. Wegen steigender Kosten musste der Schauspieler die Villa in Malibu, in der er von 2013 bis 2015 Menschen mit Drogenproblemen half, wieder verkaufen.
Das Haus wurde für stattliche 10,5 Millionen Dollar verkauft, nachdem klar wurde, dass es als langfristiges Unternehmen nicht haltbar war. Doch dieser Rückschlag hinderte Matthew nicht daran, weiterhin Menschen mit Alkoholproblemen zu unterstützen. 2015 kündigte er an, das Projekt in eine kleinere Einrichtung umzusiedeln und versprach, "das Geschäft am Laufen zu halten" und die Idee, von einer tragfähigen Einrichtung für suchtkranke Männer, nicht aufzugeben.
Besondere Anerkennung

Matthew hat für seine brillante Darstellung als “Chandler”, einer der beliebtesten TV-Figuren überhaupt, im Laufe seiner Karriere natürlich viele Lobeshymnen und Auszeichnungen erhalten. Doch die Ehrung, die er 2015 bekam, bedeutete ihm besonders viel.
Er erhielt den Phoenix Rising Award bei der 12. jährlichen Triumph for Teens Awards Gala in Beverly Hills, als Anerkennung für seinen positiven Einfluss auf die Gemeinschaft. Seine ehemalige "Friends"-Kollegin Lisa Kudrow war dabei, um ihn zu unterstützen. Passender könnte der Name des Preises kaum sein – wie ein Phönix, der aus der Asche aufersteht, hatte Matthew sich selbst erhoben und vielen anderen dabei geholfen, es ihm gleichzutun.
Kreative Aufarbeitung

2016 konzentrierte er sich auf die Kraft der Kreativität, um seine inneren Dämonen zu bekämpfen. Er entlud sie in seinem Theaterdebüt mit einem Stück, das er in einem zehntägigen Schaffensrausch schrieb. "The End of Longing" erzählt die allzu vertraute Geschichte von "dem betrunkenen Jack" (gespielt von Matthew selbst) und drei weiteren Charakteren auf der Suche nach dem Lebenssinn. Etwas, womit er sich sehr gut auskennt.
Die Aufführung im Londoner West End erhielt gemischte Kritiken, und die düstere Komödie sorgte nicht für große Schlagzeilen. Doch für den Schauspieler war das ein wichtiges Ventil, um seine eigene Wahrheit auszudrücken und sich weiter auf seine Nüchternheit zu konzentrieren.
Zurück im Sitcom-Geschäft

Vielleicht auch weil Matthews Theaterstück nicht die erhoffte Aufmerksamkeit erlangte, fand er bald zurück zu dem, was er am besten kann. 2015 startete er als Mitschöpfer und Hauptdarsteller in der TV-Serie "The Odd Couple". Die Serie, in der Matthew und Thomas Lennon zwei Freunde spielen, die gezwungen sind, zusammenzuleben, nachdem sie von ihren Ehefrauen rausgeworfen wurden, lief über drei Staffeln.
Zwar war sie kein Riesenerfolg, aber sie bot solide und unterhaltsame Sitcom-Unterhaltung. Während Matthew und Thomas in der Serie eine Single-Wohnung teilten, entwickelte sich in Matthews echtem Liebesleben allerdings etwas Neues. Und diesmal schien es vielversprechender als in allen seinen Beziehungen davor.
Eine neue Liebe in Sicht

Nachdem er in der Vergangenheit mit vielen prominenten Frauen ausgegangen war, traf der Kandaier schließlich auf Molly Hurwitz, eine attraktive, aber sehr zurückgezogene Literaturmanagerin. Die beiden, zwischen denen ein Altersunterschied von 22 Jahren liegt, wurden erstmals 2018 zusammen gesehen. War Matthew, nun nüchtern und mit neuer Lebensausrichtung, endlich bereit, sich fest zu binden?
Viele, einschließlich seiner ehemaligen "Friends"-Kollegin Courteney Cox, die sich seit Jahren um ihn sorgte, hofften dies. Immerhin waren Matthew und Courteney (Chandler und Monica) eines der beliebtesten Filmpaare der letzten 20 Jahre. Doch es blieb die Frage offen: War Molly wirklich diejenige, mit der Matthew dauerhaft sein Leben teilen wollte?
Turbulenzen und ein Happy End?

Als ein Paparazzo Matthew und Molly auf der Straße zusammen erwischte, wirkten sie wie das perfekte Paar. Matthew sah zwar, wie zu erwarten, etwas rau aus, aber Mollys Zuneigung zu ihm schien echt. Obwohl von dem Look des gutaussehenden Chandlers zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viel übrig war. In ihrer Beziehung gab es zwischen 2018 und 2019 jedoch einige Turbulenzen.
Die beiden trennten sich kurzzeitig, wobei die Gründe für die Trennung nie öffentlich wurden – wahrscheinlich auch, weil sie sowieso bald wieder zueinanderfanden. Anscheinend konnten die beiden nicht lange ohne einander und verbrachten schließlich Weihnachten 2019 zusammen. Das war ein wichtiger Schritt in ihrer Beziehung!
Ein neues Kapitel beginnt

Seit seinem Durchbruch galt Matthew als einer der begehrtesten Singles in Hollywood. Zwar hatte er viele Beziehungen, aber nichts wirklich Ernstes. Dieses Mal schien es jedoch anders zu sein. Der Mann, der einst Chandler spielte, hatte jetzt auch im echten Leben die passende Frau für sich gefunden.
2020 verkündete Matthew voller Freude, dass er und Molly sich verlobt haben. Er erklärte, er habe beschlossen, dass er Molly eines Tages heiraten möchte, und bezeichnete seine Verlobte als die "tollste Frau auf dem Planeten". Offenbar hatte Amor den Dauersingle endlich voll erwischt, auch wenn es fast 50 Jahre dauerte, bis er die wahre Liebe fand.
Ein Kampf, der Gemeinsamkeit schafft

Über die Jahre war er als engagierter Einzelkämpfer ohne Partnerin bekannt, der unermüdlich alleine gegen seine Suchtprobleme ankämpfte. Die Unterstützung seiner Familie und seiner "Friends"-Kollegen war zwar unbezahlbar, doch die Beziehung zu Molly bedeutete etwas ganz Besonderes. Jetzt hatte er eine Frau an seiner Seite, die ihn unterstützen würde.
Das Paar hielt sein Privatleben weitgehend unter Verschluss, was vor allem auf Mollys diskrete Art und ihre Zurückhaltung in sozialen Medien zurückzuführen war. Diese Art der Beziehung könnte genau das gewesen sein, was Matthew nach so vielen Jahren im Rampenlicht brauchte – jemand, der ihm das echte Leben näherbringt und zeigt, was wirklich zählt.
Eine schmerzhafte Trennung

Trotz ihrer tiefen Verbundenheit trennten sich Matthew und Molly im Juni 2021. Nachdem die Verlobung aufgelöst war, erklärte der Friends-Star, dass “manchmal Dinge einfach nicht funktionieren, wie man es sich vorstellt und dies ist eines davon”, und wünschte Molly das Beste.
In den Monaten danach sprach er in der Radioshow "Andy Cohen Live" über sein Liebesleben. Matthew betonte, dass er eben einfach ein eingefleischter Single wäre und sich unsicher sei, wie man in der heutigen Zeit überhaupt Menschen kennenlernen könne. Dating-Apps waren für ihn keine Option, wie er erklärte, und fügte hinzu, dass er sich nicht sicher sei, wie man auf diesem Weg die richtige Person finden könne.
Erschütternde Enthül!lungen

In seinen 2022 veröffentlichten Memoiren "Friends, Lovers, and the Big Awful Thing" offenbarte Matthew, dass er mit 49 Jahren beinahe gestorben wäre, als sein Dickdarm infolge einer Opioid-Überdosis platzte. Was ursprünglich als "Perforation im Verdauungssystem" beschrieben wurde, war in Wirklichkeit weit dramatischer: der Schauspieler lag zwei Wochen im Koma und verbrachte fünf Monate im Krankenhaus, weil sein Darm geplatzt war.
Er musste zudem danach noch neun Monate lang einen Kolostomiebeutel tragen. Die Ärzte gaben ihm nur eine zweiprozentige Überlebenschance und schlossen ihn an eine ECMO-Maschine an, die seine Atmung und Herzfunktion unterstützte. So nah war er dem Tod bis dahin noch nie.
Ein fortwährender Kampf

Im November 2020, während einem seiner vielen Reha-Aufenthalte, hörte Matthews Herz für fünf Minuten auf zu schlagen, nachdem Ärzte ihm Propofol verabreicht hatten, das mit dem Hydrocodon in seinem Körper reagierte. Sein Leben wurde nur durch eine sofortige Herz-Lungen-Wiederbelebung gerettet, dabei brachen ihm allerdings acht Rippen.
Matthews Kampf mit Drogen und Alkohol zog sich zu diesem Zeitpunkt schon seit Jahrzehnten hin. Bereits mit 14 Jahren begann er, Alkohol zu konsumieren und wurde, wie bereits erwähnt, nach einem Jetski-Unfall bei den Dreharbeiten zu "Fools Rush In" zusätzlich opiatabhängig. Matthew gestand, dass er wohl schon etwa 9 Millionen Dollar für Versuche, nüchtern und drogenfrei zu werden, ausgegeben hatte.
Ein unerwartetes Ende

Nur fünf Tage nachdem er ein Foto von sich selbst im Whirlpool auf Instagram gepostet hatte, endete Matthew Leben tragischerweise am selben Ort. Berichten zufolge wurde der Schauspieler am Samstag, den 28. Oktober 2023, gegen 16 Uhr in seinem Haus im Stadtteil Pacific Palisades in Los Angeles tot aufgefunden. Quellen zufolge gab es keine Anzeichen von Drogenmissbrauch oder Gewalt. Es hieß, er sei in dem Pool ertrunken, aus ungeklärter Ursache.
Aber das Gruseligste war, dass er wirklich am selben Ort gestorben ist, von dem er nur wenige Tage zuvor ein Bild von sich gepostet hatte. Hat er seinen Tod im Pool vielleicht schon irgendwie vorausgeahnt?
Das letzte Bild

Das letzte Bild kurz vor seinem Tod zeigt Matthew scheinbar entspannt im Whirlpool sitzend, umgeben von lila Lichtern, die das Wasser beleuchteten, und mit einem Blick auf die nächtliche Skyline. Es fängt einen letzten Moment der Ruhe ein, den Matthew selbst auf Instagram teilte, kurz bevor sein Leben auf tragische Weise und viel zu früh endete.
Wie es ihm zu diesem Zeitpunkt wirklich ging, das weiß nur er. Klar ist aber, dass ihn nicht nur seine Fans aus seiner Zeit als “Chandler” sehr vermissen werden. Denn mit Matthew geht nicht nur ein berühmter Schauspieler, sondern auch ein außergewöhnlicher Mensch, der seinen Kampf gegen die Sucht leider nie ganz gewonnen hat.